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Töchter, Mütter, Großmütter


Wir alle haben eine Mutter. So wie unsere Mutter natürlich auch eine Mutter hat und diese wieder eine. Wir werden geboren, genährt und aufgezogen. Wir wachsen heran und lernen von unseren Müttern. Je nach dem, in welchem gesellschaftlichen und sozialen Umfeld wir heranwachsen und unsere Mütter es taten, prägen uns diese Erfahrungen. Als soziale Wesen sind wir als kleine Wesen abhängig von dieser Sicherheit und Zuwendung, die uns unsere Mütter schenken. Da ihr diesen Artikel lesen könnt, habt ihr es geschafft. Ihr seid euren Entwicklungsweg gegangen und jede von euch kann, wie ich, Geschichten darüber erzählen, wie dieses Heranwachsen von Statten gegangen ist.


Auch wenn jede Mutter ihr Bestes versucht, und davon können wir mit Sicherheit ausgehen, so ist es jedoch nicht jeder Frau möglich, ihrem Kind mit all der Liebe und Fürsorge zu begegnen, die es braucht, ein Kind zu stärken.


In meinem eigenen Heilungsprozess bin ich durch viele Erkenntnis-Etappen gegangen. Dieses Leben steckt voller Herausforderungen und Chancen uns für den einen oder anderen Weg zu entscheiden. So ist es auch für unsere Mütter und ihre Mütter gewesen. Nicht jede Mutter konnte ihre eigene Persönlichkeit zum Ausdruck bringen oder in ihre innewohnende Kraft eintauchen. Die Gründe hierfür sind unter anderem das eigene soziale Umfeld, die Beziehung, die Lebensbedingungen, persönliche Schicksale und, darauf möchte ich hinaus, ihr eigener Umgang mit ihrem persönlichen Entwicklungsprozess.


Viele von uns leben Jahre mit ihrem erlernten Konzept eine Frau zu sein. Wir leben uns in das Rollenbild unserer Mütter oder gar noch Großmütter ein. Oft gibt es für jede von uns einen Zeitpunkt im Leben, der uns dazu bringt dieses erlernte Konzept zu hinterfragen. Wir kommen unseren erlernten Überlebensmustern meist dann auf die Schliche, wenn sich in uns ein Leidensdruck breit macht.


Es gibt heute verschiedene Möglichkeiten, sich dieser "alten" und nicht mehr zum eigenen Ausdruck passenden Ideale zu erleichtern. Hierzu nun ein paar Ideen:


Wer bin ich und was von mir bist du, Mama?

Mütter und Töchter haben häufig eine ganz besondere Verbindung zueinander.

Im besten Fall ist diese natürlich sehr nährend, noch immer liebevoll, nährend und schützend. Wir suchen die Nähe zu unserer Mutter, wenn uns etwas in unserem Leben bewegt und teilen es gern mit ihr. Wir sind offen und gehen mit offenem Herzen auf unsere Mutter zu - die gleiche Erfahrung machen wir dann mit ihrer Reaktion auf uns. Im schlimmsten Fall, ist dies aber nicht der Fall. Dann sind in der Zeit unseres Heranwachsen viele Möglichkeiten der vertrauensvollen Bindung gar nicht

erst entstanden. Grundbedürfnisse wie Vertrauen, Sicherheit und Zuneigung werden

in solchen Beziehungen nicht ausgeprägt. Was passiert also mit einem Kind, dass sich nicht vertrauensvoll an die eigene Mutter wenden oder sich eine Portion Trost bei ihr abholen kann?


Oft entstehen Gefühle wie Enttäuschung, Wut, Unsicherheit, Minderwertigkeitsgefühle "weil die Mama mich nicht sieht, muss etwas an mir verkehrt sein". Hier kommen unsere Überlebensmuster ins Spiel. Erinnert ihr euch? Wir

sind soziale Wesen und alleine nicht überlebensfähig. Je nach Kindesalter begegnen wir diesen ersten Enttäuschungen mit manipulierendem Verhalten. Ja, ihr lest richtig - wir versuchen unsere Mutter zu manipulieren um weiterhin in ihrer Gunst zu bleiben. Hier gibt es eine Vielzahl von Eigenschaften oder Verhaltensweisen, bei denen wir als Kind beobachtet haben, dass sie unserer Mutter gefallen. Dies können Verhaltensweisen sein, die unserem inneren Wesen eigentlich derart widersprechen aber das (lebensnotwendige) Ziel erreichen, von unserer Mutter dafür gelobt zu werden, besonders lieb, zuvorkommend, ruhig, fleißig und hübsch zu sein. Diese Verstrickungen begleiten uns und natürlich auch unsere Mütter oft für einen Großteil unseres Lebens. Irgendwann führen all diese auferlegten und selbst erschaffen Manupulationsstränge dazu, dass wir uns selbst entfremded fühlen. Wir spüren, dass etwas total falsch läuft. Es häufen sich Situationen in unseren Beziehungen zu anderen, in denen dieses "alte" Verhalten hinderlich ist und nicht

mehr den ursprünglichen Zweck erfüllt.


1. Die Bewusstwerdung:

Der erste Schritt ist oft, sich diese Verhaltensweisen bewußt zu machen. Vielleicht geschieht das einfach so bei dir oder du entdeckst sie in Gesprächen mit einem Coach oder Therapeuten. Vielleicht hast du auch einen Podcast oder ein Hörbuch gehört und dich darin wiedergefunden?! Wunderbar! Damit hast du deinen ersten entscheidenen Schritt zu mehr Leichtigkeit im Leben bereits getan.


2. Die Transformation

Ich gebe zu, auch aus eigener Erfahrung, diese erste Erkenntnis allein löst natürlich nicht unser Problem. Aber sobald wir es erkannt haben, können wir in uns hinein fühlen, wie wir dem "Konflikt" in uns selbst begegnen wollen. Wenn du diesen Artikel liest, dann setze ich voraus, dass du dir eine Veränderung dieses Leidensdruckes aus deinen persönlichen Gründen heraus wünscht.

Eine Möglichkeit ist es natürlich sich um einen Therapieplatz zu bemühen. Wir sind eine Generation, die diesen Weg mit Leichtigkeit gehen kann. Habt Verständnis, wenn eure Mütter und Großmütter hierfür nicht offen sind.

Die alten Gefühle unserer kindlichen Ohnmacht, kommen in dieser Phase der Bewusstwerdung häufig wieder in voller Kraft zum Vorschein. Deine Therapeutin oder dein Therapeut können dir Methoden und Techniken aufzeigen, die dir dabei helfen werden, deine Emotionen richtig einzuordnen und sie zu transformieren.

Ein erster Impuls von Vielen ist oft die Konfrontation mit der eigenen Mutter. Unvorbereitet geht das meist schief. Denn eure Mutter trägt diesen Leidensdruck

ggf. gar nicht in sich, weil ihr dein Problem gar nicht bewusst ist. Stell' dir mal vor, wie das Ganze aus ihrer Sicht verlaufen ist, wenn sie als Mutter nicht in der Lage war, dich mit all den stärkenden Verhaltensweisen aufzubauen und sie vielleicht aufgrund ihrer eigenen Lebenssituation gar nicht anders handeln konnte - sie wird dich vielleicht wieder nicht in der Tiefe deiner Emotionen wahrnehmen können.


Die Transformation bleibt also im ersten Schritt an dir selbst hängen. Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, du brauchst deine Mutter erstmal gar nicht, um diese Transformation in dir zu leisten.


Wenn du ein spiritueller Mensch bist, gibt es viele weitere Möglichkeiten dieses Thema für dich anzugehen. Hast du schon einmal von einer systemischen Familienaufstellung gehört? Hier kannst du in einem Geschützen Rahmen die Mitglieder deiner Familie symbolisch aufstellen und die Themen durcharbeiten, die

du gerne in die Heilung bringen möchtest. Ich habe das zwar selbst noch nicht gemacht, aber mir wurde von vielen Freundinnen berichtet, dass sie sehr befreiende Erlebnisse hatten. Feinstofflich hat sich dieses Ergebnis unmittelbar im Umgang mit der eigenen Familie gezeigt. Es gibt hier auch Kombinationen aus shamanischer- und systematischer Aufstellungsarbeit. Schau doch einfach mal in deiner Stadt, welche Möglichkeiten es gibt.


In der shamanischen Arbeit können diese Manipulationsstränge auf energetischer

Ebene aufgelöst werden. Hierzu gibt es ein paar einfache Zeremonien, die du selbst

nach ein bisschen Übung bei dir durchführen kannst. Hast du Interesse daran, mehr darüber zu erfahren? Dann schreib' mir gern. Ich bringe es die gerne bei.


Trans-for-mation bedeutet etwas neu zu formen. Nach deiner Therapie, deinem Coaching oder deiner spirituellen Heilmethode geht es nun auch darum, das alte Muster, bzw. die bisherige Verhaltensform in etwas Neues zu transformieren. Nachdem du identifiziert hast, wer du nicht bist und was nicht zu dir gehört ist der

nächste Abschnitt auf deinem Weg, dich selbst zu erkennen.


3. Selbstliebe


Mit deiner Transformationsarbeit hast du bereits einen großes Stück Weg zurückgelegt. Jetzt geht es darum, tiefer in die Beziehung zu dir selbst einzutauchen.

Stell' dir vor, alle alten Muster und Verhaltensweisen und damit auch viele deiner alten Emotionen sind abgelegt. Nehmen wir an, du bist das volle Glas. Wir haben jetzt aber einen Teil der bitter war ausgeschüttet, mit füllst du es wieder auf?


Was brauchst du, um in dir ein tiefes glückliches und freies Gefühl zu haben?

Wieviel von dir liebst du bereits und welche Teile in dir lehnst du vielleicht noch ab? Was macht dir noch Angst? Es gibt auch hier unzählige Wege, die wir gehen können.

Aber dazu ein anderes Mal.






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